minimieren
maximieren

Aktionsplan des Bundes zur Baukostensenkung

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hat am 19. Juni 2026 einen Aktionsplan zur Senkung der Baukosten vorgelegt. Mit einer Reihe von Einzelmaßnahmen, die kurz- und mittelfristig wirken sollen, will das Ministerium „bezahlbares Bauen wieder zum Regelfall machen“. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Auch wenn die vorgeschlagenen Maßnahmen zumindest teilweise in die richtige Richtung gehen, bleiben sie größtenteils hinter den in Anbetracht der schwierigen Situation berechtigten Erwartungen zurück.

Gebäudetyp E

So wird der bereits in der letzten Legislaturperiode diskutierte Gebäudetyp E zwar angesprochen, ein Gesetzentwurf liegt aber bis heute nicht vor. Er soll – so das Bauministerium – „noch in diesem Jahr“ vom Bundesjustizministerium vorgelegt werden.

Förderprogramme 

Zum Jahr 2027 will der Bund seine bisherigen Förderbausteine in einem neuen zentralen Förderprogramm Neubau bündeln. Das ist positiv. Allerdings bleibt es dabei, dass das auslaufende EH-55-Plus-Programm trotz der Kritik des Baugewerbes zunächst nicht verlängert wird.

Abschreibung

Auch in Sachen Abschreibung springt das Ministerium zu kurz. Zwar soll die degressive Abschreibung verlängert und verstetigt werden und die Sonderabschreibung im Wohnungsbau zielgerichteter ausgerichtet werden. Jedoch wird die vom Baugewerbe intensiv geforderte Anpassung der Sonderabschreibung an den EH-55-Plus-Standard nicht umgesetzt.

Digitalisierung

Erwartungsgemäß nimmt das Thema Digitalisierung großen Stellenwert ein. BIM soll bei eigenen Bauvorhaben verbindlich angewendet werden. Genehmigungsverfahren sollen über den digitalen Bauantrag hinaus durchgängig medienbruchfrei digitalisiert werden – von der Antragstellung bis zur Genehmigung.

Recycling

Positiv ist sicher auch das Bekenntnis des Ministeriums zum Einsatz von RC-Material. Auch hier bleibt das Papier aber eher wage, insbesondere fehlt es an einem klaren Bekenntnis zum Produktstatus.

Serielles und modulares Bauen

Kritisch sehen wir die Aussagen zum seriellen und modularen Bauen. Die pauschale Aussage, dass der konventionelle, gewerkweise organisierte Bauprozess („Stein auf Stein“) vergleichsweise zeit- und kostenintensiv sei und die Produktivität im Bauwesendurch den Einsatz industrieller Fertigungsmethoden deutlich gesteigert werden könne, greift zu kurz. Insbesondere der serielle Wohnungsbau ist im innerstädtischen Bereich nur bedingt geeignet und zumindest aktuell auch nicht kostengünstiger. Dies zeigt der nach wie vor relativ geringe Anteil serieller und modularer Bauweisen im Wohnungsbau.

Weitere Einzelheiten können Sie dem beigefügten Aktionsplan entnehmen.

Foto: AdobeStock